Richtig lüften will gelernt sein!
 
 

Bei alten und schlechten Fenstern war der hygienisch notwendige Mindestluftwechsel durch die undichten Fugen von selbst gewährleistet. Entsprechend hoch war auch der Energie- und Wärmeverlust. Bei den heute üblichen neuen Fenstern ist der Wärmeverlust auf Grund von Wärmeschutzverglasungen und Dichtungen sehr gering.

Tipp: Bei dichten Fenstern öfters an das Lüften denken!

Durch die guten Dichtungen bei neuen Fenstern ist der natürliche Luftaustausch unterbunden. Im Innenraum reichern sich die Luftschadstoffe an. Ob Staub, Feuchtigkeit und Nässe, Chemikalien aus Möbeln, Klebstoffen und Putzmitteln - oder Tabakrauch, alle diese Schadstoffe führen zu reduziertem Wohlbehagen bis zu gesundheitlichen Schäden.

Tipp: Rauchen in der Wohnung ist auch für den Nichtrauchenden eine sehr große Gesundheitsbelastung!

Das regelmäßige Öffnen der Fenster hilft. Dabei sollte man während der Heizperiode mehrmals täglich kurz und gründlich Stoßlüften, wobei möglichst alle Fenstger gleichzeitig ganz geöffnet werden. Bei dieser Lüftung bleiben die Wände und Möbel warm, während die verbrauchte und belastete Luft innerhalb weniger Minuten durch frische Luft ersetzt wird.
   

 
Wirkung der natülichen Lüftung Lüftungsart Fensterstellung Ungefähre Dauer der
Lüftung, um einen
Luftwechsel zu erzielen
Querlüftung Fenster und gegenüberliegende Tür / Fenster ganz offen - Querlüftung 1 bis 5 Minuten
Stoßlüftung Fenster ganz offen - Stoßlüftung 5 bis 10 Minuten
Fenster halboffen Fenster halb offen 10 bis 15 Minuten
Fenster gekippt - Querlüftung Fenster gekippt und gegenüberliegende Tür ganz offen - Querlüftung 15 bis 30 Minuten
Fenster gekippt Fenster gekippt 30 bis 60 Minuten


Falsch hingegen ist es, das Fenster nur zu kippen. Dabei dauert ein vollständiger Luftwechsel bis zu einer Stunde. Die Mauern rund ums Fenster und die Möbel kühlen ab, die Heizkosten steigen. An den kühlen Bauteilen kann Luftfeuchtigkeit kondensieren und zu Schimmelbildung führen, obwohl man "dauernd lüftet".

Tipp: Regelmäßiges Stoßlüften erspart viele Schimmelprobleme!

Künstliche Be- und Entlüftungssysteme finden sich fast in allen neueren Wohnbauten. Mit dem Abzugventilator in WC und Bad kann eine künstliche Entlüftung der gesamten Wohnung erreicht werden. Für deren richtige Funktion muss aber eine Luftzufuhr durch Fugen oder Außenöffnungen ermöglicht werden. Sonst erzeugt der Ventilator nur einen leichten Unterdruck und kann für keine Entlüftung sorgen.

Tipp: Beim Duschen irgendwo ein Fenster öffnen, damit der Ventilator den Dunst absaugen kann!

Oft sind in den Außenwänden kleine Öffnungen angebracht (meistens hinter den Heizkörpern) die den Mindestluftwechsel bei dichten Fenstern ermöglichen sollen. Bei Einzelöfen, Gasheizungen und Gasherden sind diese Öffnungen aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben. Manchmal hat man das Gefühl, dass es dort zieht, und verstopft die Öffnung mit einem Tuch.

Achtung: Verstopfte Lüftungsöffnungen können lebensgefährlich sein!

Quelle bzw. weitere Informationen: www.umweltberatung.at Die Umweltberatung

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